Rich Dad Poor Dad von Robert T. Kiyosaki – (M)eine Zusammenfassung

Rich Dad Poor Dad

Wenn man Podcasts oder Blogs aus dem Finanzbereich hört bzw. liest, dann wird man fast zwangsläufig bei (Hör-)Buchempfehlungen auf Rich Dad Poor Dad* von Robert T. Kiyosaki stoßen. In der Tat scheinen viele darüber ihren Anfang für die eigene Finanzbildung gefunden zu haben. Auch bei mir war RDPD eines der ersten Finanzbildungs(hör)bücher. Und ich muss ebenfalls zugeben, dass es meine bis dahin schon bestehende Meinung, über die Notwendigkeit Finanzbildung zu betreiben, deutlich gefestigt hatte. So ist es schon fast selbstredend, dass ich das Hörbuch* nicht nur ein Mal gehört hatte und auch noch beim zweiten und dritten Mal neue Erkenntnisse gewinnen konnte.

In diesem Beitrag möchte ich euch meine Rezension und Interpretation zu Rich Dad Poor Dad näher bringen. Hierbei nehme ich keine große Überraschung vorweg, wenn ich bereits jetzt schreibe, dass das Buch aus meiner Sicht empfehlenswert ist. Warum ich das so sehe und welche Kritikpunkte ich habe, erfahrt ihr hier:

Wer ist der Autor Robert T. Kiyosaki?

Kiyosaki wurde 1947 als Amerikaner mit japanischer Herkunft auf Hawaii geboren. Seine Eltern waren gut gebildete Akademiker aus der Mittelschicht. Nach der Schule schloss er sich den US Marines an, ließ sich dort als Pilot ausbilden und nahm anschließend als Hubschrauberpilot an Kampfeinsätzen in Vietnam teil.

Mit Mitte zwanzig quittierte er seinen Militärdienst und ging zu Xerox Corp., wo er sich zum Vertriebler ausbilden ließ und anschließend dort eine Zeit lang arbeitete.

1974 machte er erste Gehversuche in der Selbstständigkeit und gründete eine Immobilienfirma. 1984 baute er ein Seminarkonzept namens Money & You auf, welches er mit Geschäftspartnern betrieb. 1994 wurde das Unternehmen liquidiert.

Bereits 1992 veröffentlichte er sein erstes Buch unter dem provokanten Titel If You Want to Be Rich and Happy, Don’t Go To School. 1996/97 gründete er die Cashflow Technologies, Inc, welche seit den darauffolgenden Jahren für die Vermarktung der Marken Rich Dad und Cashflow 101 zuständig ist.

1997 wurde das Buch Rich Dad Poor Dad in englischer Fassung veröffentlicht. Bis zum heutigen Tag kamen insgesamt 18 Buchtitel auf den Markt, die insgesamt einen weltweiten Absatz von 26 Millionen Stück zur Folge hatten.

Parallel investierte Kiyosaki sein Geld in andere Unternehmen und Immobilien. Heute ist er neben seiner Tätigkeit als Investor und Buchautor auch ein sehr gefragter Speaker auf großen Kongressen weltweit.

Rich Dad Poor Dad – Eine kleine Zusammenfassung

Das Buch erzählt den Werdegang des Robert T. Kiyosaki aus der Ich-Perspektive. Hierbei stellt er zwei Charaktere, seinen gebildeten aber armen leiblichen Vater mit Doktortitel und seinen ungebildeten (schulische Bildung) reichen Vater (der seines Freundes Mike), gegenüber und lässt diese die jeweiligen Standpunkte darlegen. Mit dem Begriff „arm“ meint Kiyosaki nicht nur die Unterschicht, sondern im Besonderen auch die Mittelschicht.

Sein leiblicher Vater war Lehrer und hatte später eine Führungsposition im Bildungsministerium. Obwohl er immer gut verdient hatte, machte er sich nie etwas aus Geld, sodass er dieses nicht anlegte, sondern verkonsumierte es für seine Familie und sich.

Sein reicher Vater war ein Unternehmer, der in vielen Bereichen Tätig war und zum reichsten Mann auf Hawaii aufstieg. Er hatte die Schule in der achten Klasse abgebrochen und besaß daher keine hohe Schulbildung. Dafür kannte er sich aber sehr gut im Bereich der finanziellen Bildung aus.

In diversen Lebensgeschichten betrachtete Kiyosaki aus den Blickwinkeln seines reichen und seines armen Vaters bestimmte Situationen, die ihn lehrten finanziell erfolgreich zu werden. Hierbei fungierte der reiche Vater als sein Ausbilder und Mentor und sein armer Vater zumeist als Negativbeispiel in finanziellen Angelegenheiten, den er aber darüber hinaus als Mensch und Vater sehr schätzte und liebte.

Rich Dad Poor Dad – Die Kernaussagen

Im Folgenden möchte ich ein paar Kernaussagen aus dem Buch aufgreifen und kurz in meinen Worten skizzieren, um einen besseren Überblick zu erhalten:

Die wichtigste Investition ist die in sich selbst. Eine finanzielle Bildung ist unerlässlich, wenn man Reichtum erlangen möchte. Bildung in diesem Bereich eröffnet einem Optionen, die man sonst nicht wahrnehmen könnte. Hierbei darf es auch zu keinem Stillstand kommen. Wer aufhört sich fortzubilden, wird aufhören reich zu sein.

Die Armen arbeiten für Geld, die Reichen lassen Geld für sich arbeiten. Kiyosaki führt hier an, dass die Armen und die Mittelschicht darauf konditioniert werden die Schule gut abzuschließen, um dann einen Beruf zu erlernen, damit man für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Hier arbeiten sie für die Reichen und helfen dabei Geld zu vermehren, von dem sie am Ende nur einen ganz kleinen Anteil erhalten. Die Reichen hingegen tauschen nicht ihre Arbeitskraft gegen Geld ein, sondern stellen Personal ein, welches die Arbeiten besser als sie selber ausführen können. Durch Schaffung von neuen Werten entsteht dann Reichtum.

Die Reichen können durch Disziplin und Know How die Angst und die Gier besser kontrollieren. Die Armen werden von Angst und Gier getrieben. Durch Ängste werden lukrative Chancen vertan bzw. die Gier nach immer größerem Konsum führt zu einem Leben im Hamsterrad.

Die (späteren) Reichen gehen in Anstellungsverhältnisse, um zu lernen wie bestimmte Prozesse funktionieren. Dieses neu erworbene Wissen setzen sie für ihr späteres Unternehmen ein. Die Armen gehen in ein solches Verhältnis, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie bilden sich nur weiter, um eine bessere Position in der Firma zu bekommen und nicht, um das Wissen in eigenen Investitionen anzuwenden.

Die Reichen schützen ihr Vermögen mit Firmenkonstrukten, wodurch sie ihr Privatvermögen vor Risiken abkapseln. Das dient auch dazu, um steueroptimiert zu agieren. Die Armen zahlen im Verhältnis die höchsten Steuersätze und sie haften immer voll mit ihrem ganzen Vermögen.

Die Reichen kennen den Unterschied zwischen Vermögenwerten und Verbindlichkeiten, die Armen nicht. Für die Armen stellen die Anschaffung eines Eigenheims oder eines Autos die größten Vermögenswerte dar, die jedoch keine sind, weil sie laufend Geld kosten, anstatt Geld einzubringen. Dieser Irrglaube führt dazu, dass die Armen nur Verbindlichkeiten anhäufen, die sie u.U. in den finanziellen Ruin treiben oder aber für immer im Hamsterrad strampeln lassen.

Rich Dad Poor Dad – Mein Fazit

Dieses Buch ist in meinen Augen nicht als die große 1zu1 Anleitung zum Reichtum zu verstehen. So etwas gibt es nach meinem Dafürhalten auch gar nicht, selbst wenn es einige Autoren von ihren Büchern behaupten und auch viele Leser danach suchen. Vielmehr bietet dieses Buch auf unterhaltsame Weise viele Denkanstöße, um sein Mindset neu auszurichten. Man bekommt direkt am Anfang schon richtig Lust es in einem Zug durchzulesen/durchzuhören.

Fortgeschrittene werden natürlich die meisten Punkte bereits kennen, weil diese in den meisten Finanzbildungs- und Mindsetbüchern enthalten sind. Aber aufgrund des hohen Unterhaltungswertes, ist es auch für sie lesenswert.

Für Anfänger kann es unter Umständen aber ein Augenöffner sein. Man erkennt sich und seine womöglich fehlerhafte Einstellung zu Geld- und Finanzthemen mit Sicherheit in ganz vielen Szenen wieder. Daher kann man sich auch sehr gut in das Buch hineinversetzen, besonders wenn man unvoreingenommen an die Sache herangeht.

An manchen Stellen könnte es dem einen oder anderen ein wenig großkotzig bzw. angeberisch daherkommen, wenn er z.B. über Millionendeals im Immobilienbereich redet, jedoch halte ich das für genau die richtige Vorgehensweise. Kiyosaki benennt seine Erfolge und kritisiert teilweise die Zurückhaltung bei seinen Weggefährten. Ohne genau diese Geschichten, wäre das Buch aber nur halb so gut. Generell gesagt, wer das als Prahlerei wahrnimmt, sollte erst recht sein Mindset auf den Prüfstand stellen.

Wenn ich überhaupt einen Kritikpunkt anfügen kann, dann ist es dieser, dass in dem Buch sehr wenig von Kiyosakis Fehlschlägen berichtet wird, zumindest nicht in der Tiefe, wie ich es mir gewünscht hätte.

Kiyosaki hat als Amerikaner vornehmlich für und über den amerikanischen Markt geschrieben. Nicht alle im Buch erwähnten Punkte lassen sich deshalb komplett in Europa bzw. Deutschland anwenden. Hier sind besonders die steuerlichen Hinweise gemeint, aber auch ein paar andere Kleinigkeiten wie die Investition in staatlich besicherte Hypotheken.

Ich lese/höre sehr viele (Hör-)Bücher aus diesem Themenbereich, jedoch selten mehr als ein Mal. Rich Dad Poor Dad* habe ich mir insgesamt drei Mal angehört. Daher sollte das schon alles über meine Bewertung des Buches sagen. Wie bereits geschrieben, finde ich das Buch gut geschrieben und besonders für Anfänger lehrreich und geeignet.

Solltest du durch meine Rezension Lust auf das Buch Rich Dad Poor Dad bekommen haben, so kannst du es entweder als gebundene Ausgabe*, als Taschenbuch*, Kindle-Version* und/oder auch als Hörbuch* kaufen. 14,99 € für die Taschenbuchausgabe finde ich sehr gut angelegtes Geld in seine finanzielle Bildung.

Apropos Finanzielle Bildung, diese halte ich für extrem wichtig. Sollte dich das Thema ebenso interessieren, dann lege ich dir meine Beiträge Finanzielle Bildung ist unerlässlich und Fünf Ratschläge an mein 20 Jahre jüngeres Ich ans Herz. Vielleicht kannst du auch dort noch etwas für dich mitnehmen.

Wie fandest du die Buchrezension? Feedback kannst du mir gerne hier in den Kommentaren, auf Facebook oder per Mail zukommen lassen. Solltest du das Buch gekauft haben, so wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen.

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