Seine Ausgaben unter Kontrolle bringen

Ausgaben Haushaltsrechnung

Als ich mit Mitte 20 beschloss, dass ich nicht mehr am Limit meiner Einnahmen leben möchte, überlegte ich mir, wie man das ändern kann. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder man steigert seine Einkünfte oder man senkt seine Ausgaben. Nun, da ich zu dem Zeitpunkt nicht auf Anhieb meine Einnahmen steigern konnte, zumindest wusste ich damals nicht wie, war mir klar, dass ich meine Ausgaben reduzieren musste.

Ich denke, dass es so ähnlich vielen Menschen geht, wie es mir damals. Die schnellste und einfachste Art einen Einnahmenüberschuss zu generieren, ist es seine Ausgaben zu reduzieren. Dazu benötigt man kein besonderes Wissen oder Fähigkeit. Man muss sich nur ein bisschen disziplinieren und eine Haushaltsrechnung aufstellen. Jetzt denkt vielleicht der Eine oder Andere, dass er keine Aufstellung braucht, aber ich denke, dass derjenige sich hierbei irrt. Denn wüsste man im Detail, wofür, wie viel und wie oft man Geld ausgibt, würde man sich wahrscheinlich nicht in so einer Lage befinden, dass man jeden Monat Schwierigkeiten hat seine Rechnungen zu bezahlen.


Die Haushaltsrechnung

Also was gehört in so eine Haushaltsaufstellung rein? Zunächst führt man alle Einnahmen auf, die regelmäßig eingenommen werden. Hierbei ist das Wort „regelmäßig“ wichtig. Einmalige Zahlungen lässt man außer Acht. Gibt es größere Einmalzahlungen, z.B. Erbschaft, Abfindung, o.ä., dann führt man das in seiner Vermögensaufstellung auf. Eine Vermögensaufstellung soll hier nicht das Thema sein, nur kurz zum Verständnis: Eine solche Aufstellung führt alle Vermögenswerte auf, z.B. Geldanlagen, Immobilien, Wertpapiere, usw. Diese werden den Schulden, z.B. Hypotheken, Konsumkredite und andere Verbindlichkeiten, entgegengestellt.

Aber kommen wir wieder zurück zur Haushaltsrechnung. Regelmäßige Einnahmen können u.a. Gehalt/Rente, Mieteinnahmen, Dividendenzahlungen, usw. sein. Hierbei kommt es nicht darauf an, dass diese monatlich oder jährlich, sondern sie müssen planbar und eben regelmäßig fließen. Zur besseren Darstellung und Berechnung, sollte man aber alle Einnahmen auf eine Zeiteinheit herunterbrechen. In den meisten Fällen macht es Sinn, eine monatliche Aufstellung zu führen, da man meistens wiederkehrende monatliche Verbindlichkeiten bedienen muss. Wenn man also z.B. jedes Jahr ein 13. Monatsgehalt oder Urlaubsgeld bekommen, dann teilt man diesen Betrag durch 12 Monate und trägt den Wert dann unter die Monatseinnahmen ein.

Haben wir nun alle Einnahmen aufgeführt, kommen wir nun zu dem komplizierteren Teil, nämlich den Ausgaben. Diese sind meistens nicht so leicht zu identifizieren. Das kommt daher, dass man nicht jeden Beleg von jeder Ausgabe aufbewahrt und sich vor Augen führt. Vielmehr hebt man Bargeld vom Konto ab und bezahlt damit Handelswaren oder Dienstleistungen. Um einen ungefähren Überblick zu bekommen, könnte man z.B. die Kontoauszüge der letzten 3-6 Monate zur Hand nehmen und alle Geldabhebungen notieren und anschließend durch die betrachtete Anzahl der Monate teilen. Daraus ergibt sich ein Durchschnittswert, den man als Bargeldausgabe in die Ausgabenspalte aufführen kann. Hierbei muss beachtet werden, dass man Einmalausgaben komplett außen vor lässt, wenn man sie denn entdeckt. Je mehr Monate man in die Betrachtung nimmt, desto genauer wird der Wert bei den Bargeldausgaben. Alle anderen Ausgaben lassen sich mittels der Kontoauszüge wunderbar belegen. Auch hierbei gilt, wenn man z.B. regelmäßige jährliche Ausgaben hat (Versicherungen, Jahresbeiträge, usw.), müssen diese auf monatsbasis heruntergebrochen werden. Lasst euch dabei genug Zeit und geht penibel vor. Je genauer man bei den Ausgaben ist, desto besser kann man nachher schlummernde Geldfresser identifizieren und eliminieren.

Nun haben wir eine Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Hat man mehr Einnahmen als Ausgaben, dann ist man finanziell gesund. Wenn man jedoch jeden Monat am Ende des Monats Schwierigkeiten mit der Liquidität hat, dann liegt es eher nahe, dass man nicht alle Geldfresserquellen entdeckt hat.

Ausgaben eliminieren

Nun kennen wir also unsere finanzielle Situation. Jetzt geht es an den schmerzlichen und unangenehmen Teil. Wir müssen die Ausgaben kürzen. Hierbei sollte jeder Posten genau unter die Lupe genommen werden. Hierbei muss jeder für sich selber feststellen, was er benötigt und was nicht. Jedoch muss sich jeder auch im Klaren sein, dass er definitiv Ausgaben kürzen muss, um aus der Spirale auszubrechen. Stellt euch doch exemplarisch zu jedem Punkt die Fragen: Benötige ich das wirklich? Kann ich darauf verzichten? Wie kann ich ggf. die Kosten reduzieren. Man muss nicht immer alles komplett streichen. Wenn man z.B. einen Handyvertrag mit monatlichen Beitrag von 40 Euro hat, dann findet man sicherlich auch einen Vertrag mit ähnlichen Leistungen für 20 Euro. In der Regel ist man einfach nur zu bequem, um nach günstigeren Verträgen zu suchen und zahlt dann lieber den teureren alten Vertrag weiter. Genauso sieht es auch bei Versicherungs-, Strom- und Gastarifen aus. So geht man jeden Ausgabepunkt durch. Am Ende sollte dann ein Einnahmeplus herauskommen, welches auch nachhaltig bestehen bleibt.

Nicht in alte Muster verfallen

Nachdem wir nun einen Einnahmenüberschuss erzielt haben, ist man schnell geneigt das frei gewordene Geld wieder für andere Ausgaben/Konsum zu verwenden. Man will sich dann vielleicht für die ganze Arbeit belohnen und sich etwas gönnen. Es spricht natürlich nichts dagegen, dass man sich auch mal etwas leistet, jedoch muss man sehr aufpassen, dass man nicht in alte Muster verfällt und die Ausgaben so wieder nach oben schraubt. Eine gute Methode hier ein Maß zu finden, ist einen Teil des freigewordenen Geldes auf ein anderes Konto zu legen. Man kann dieses Konto dann als Spaßkonto bezeichnen. Das darin befindliche Geld kann man dann auf den Kopf hauen und mit dem anderen Teil kann man anfangen für den Vermögensaufbau zu beginnen.

5 Kommentare

  1. Das Problem mit dem Geldabheben und bar ausgeben hast du erkannt. Damals habe ich dafür eine Handy-App benutzt. Haushaltsbuch hieß die irgendwie. Dadurch konnte ich 3 Monate lang jede bar Ausgabe dokumentieren. Gerade Einkäufe, Kaffees und Unsinn wurde dadurch besser dokumentiert und konnte später gestrichen werden.
    Der Aufwand dieser App hält sich in Grenzen, aber das Haushaltsbuch wird sehr genau. Und drei Monate lang kann man ruhig mal täglich tracken.

    Viele grüsse,
    Alexander vom vermietertagebuch.com

  2. Sehr interessant geschrieben und eine tolle Entwicklung. Hab auch mehrere Einheiten in Minden und weitere 36 kommen nächste Woche dazu. Ich freue mich schon auf weitere Beiträge von dir Eduard. Bei Möglichkeit können wir vielleicht ein Kaffee trinken und Erfahrungen austauschen. Beste Grüße Eugen

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